Erstelle eine mentale Klangkarte: Summen von Transformatoren, quietschende Straßenbahnen, das dumpfe Rollen von Lieferwagen und das punktuelle Klacken von Absätzen erzählen von Nutzung, Tempo und Reibung. Schließe kurz die Augen und markiere Richtungen wie auf einer Windrose. Wiederhole dieselbe Ecke morgens und nachts. Vergleiche Hall in engen Gassen mit offenen Plätzen. Notiere, welche Geräusche konstant bleiben und welche nur bei bestimmten Winden, Temperaturen oder Menschenmengen auftreten.
Folge feinen Duftfahnen, die Bäckereien, Wäschereien, Werkstätten, Imbisse und frisch gesägtes Holz hinterlassen. Achte auf Dieselwolken beim Anfahren von Bussen und den metallischen Geruch nach Regen auf warmem Asphalt. Unter Bäumen verändert feuchte, kühlere Luft das Tempo von Passanten. Hinter Innenhöfen entstehen stille Becken stehender Düfte. Kartiere kurze Geruchsblitze und langgezogene Ströme, denn beide verraten Transportwege, Lüftungen, Filter, Gewohnheiten und falsch gedichtete Türen, die sonst unsichtbar bleiben.